10 Jahre HaLT

Wichtiges Vorzeigeprojekt für Stadt und Landkreis
Baden-Baden. Das Suchtpräventionsprogramm für Kinder und Jugendliche „HaLT“, Hart am Limit, das die Stadt Baden-Baden gemeinsam mit dem Landkreis Rastatt ins Leben gerufen hat, gilt als Vorzeigeprojekt. Das wurde einmal mehr deutlich, als die langjährig mitwirkenden Vereine und Organisatoren Anfang November das 10-jährige Jubiläum in Bad Rotenfels feierten. Bei diesem Anlass übergab Bürgermeister Roland Kaiser vier kurstädtischen Vereinen auch die Zertifizierungsurkunden „Jugendfreundlicher Verein“ und dankte den Aktiven für ihr Engagement. Geehrt wurden der Ooser Carneval-Verein und gleich drei Varnhalter Vereine, nämlich die Reblandhexen, der Narrenclub Varnhalter Rebschenkele sowie der Kunstradsport Rebland. Bürgermeister Kaiser würdigte insbesondere die ehrenamtliche Jugendarbeit der Vereine und betonte, wie wichtig die Präventionsarbeit auch für die Vereinsarbeit sei. Denn es gehe nicht nur darum, den Jugendlichen den Alkohol zu verbieten, „sondern ihnen vielmehr den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu vermitteln“. „Mit diesem Schritt in die richtige Richtung zeigen Sie auch, dass Sie Ihre Aufgabe gegenüber den Ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen ernst nehmen“, so Kaiser weiter.

Insgesamt 36 Baden-Badener Vereine haben sich mit Unterstützung der Fachstelle Sucht Rastatt Baden-Baden zertifizieren lassen, haben sich damit den HaLT-Vorgaben angeschlossen und setzen die Jugendschutzbestimmungen um. Die Arbeit ist deshalb so wichtig, da das Thema „Jugendliche und Alkohol“ ein Dauerbrenner ist, über das seit Jahren berichtet wird. Einerseits ist Alkohol Teil des Alltags und allgegenwärtig. Andererseits sind aber auch die negativen Auswirkungen des Alkohols sichtbar. Jugendliche testen gerne Grenzen aus, was beim Thema Alkohol allerdings fatale Folgen haben kann. In diesem Spannungsverhältnis stehen dabei nicht nur Eltern, sondern auch die Stadtverwaltung, Festveranstalter, Vereine und die Polizei. Und genau hier setzt das Präventionsprojekt „HaLT“ frühzeitig an und trägt als niederschwelliges Angebot mit dazu bei, ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen. Damit bekennt sich die Stadtverwaltung auch klar dazu, diese Familienfreundlichkeit bestmöglich und langfristig zu repräsentieren und darauf einen Schwerpunkt der täglichen Arbeit zu legen. „Alkoholprävention kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie kommunal und politisch verankert ist“, betont Bürgermeister Kaiser und will die Arbeit der Projektgruppe auch durch weiteres städtisches Engagement stärken.

Um exzessiven Alkoholkonsum von Jugendlichen vorzubeugen, wurde 2008 mit Unterstützung der Fachstelle Sucht Rastatt Baden-Baden das Projekt „HaLT“ – Hart am Limit – als Frühinterventionsprogramm für Kinder und Jugendliche in Baden-Baden und dem Landkreis Rastatt aufgebaut. Wie effektiv die Arbeit der Verantwortlichen bisher war, zeigt sich recht deutlich: So ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die nach einer Alkoholvergiftung in die Kinderklinik des Klinikums Mittelbaden eingeliefert und in das HaLT-Projekt aufgenommen wurden, in den letzten zehn Jahren deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass das Angebot dieser frühzeitigen individuellen Hilfen und die Aufklärung von Jugendlichen und Familien gerne angenommen wird – mit steigender Tendenz. Das Präventionsprojekt hat auch bewirkt, dass auf die Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen gerade bei öffentlichen Veranstaltungen wie etwa während der Fastnachtszeit oder bei Sportfesten ein viel größeres Augenmerk gelegt wird. Zudem ist durch „HaLT“ in den vergangenen zehn Jahren ein wichtiges Netzwerk aus verschiedenen Kooperationspartnern entstanden. So arbeiten der städtische Fachbereich Öffentliche Ordnung, Jugendamt, Kommunale Suchtbeauftragte, Polizei, Kinder- und Jugendklinik „Hand in Hand“ und unterstützen das Projekt jeweils bestmöglich.

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